Der Einfluss von Spritzen-Design und Kanülendimensionen auf die Zeit-Kraft-Kurve bei intravitrealen Injektionen bei verschiedenen Drogviskositäten: Fläche unter der Kurve und maximale Injektionskraft

Autoren / Mitwirkende:
Bryan Calder Ackermann, Niklas Junker, Maximilian Friedrich, Øystein Kalsnes Jørstad, Morten C. Moe, Victor Aristide Augustin, Gerd Uwe Auffarth & Maximilian Hammer

Hintergrund

Neue intravitreale Medikamente können eine längere Behandlungsdauer bieten durch die Verwendung höherer Wirkstoffkonzentrationen, welche wiederum die Viskosität erhöhen. Es gibt auch einen Trend zu Kanülen mit kleinerem Gauge, die eine höhere Injektionskraft erfordern. Während der Augenarzt die Viskosität nicht kontrollieren kann, kann die Wahl der Spritze die zur Verabreichung des Medikaments benötigte Kraft beeinflussen. Diese Studie verglich zwei Standard-1-ml-Spritzen (BD Plastipak und Braun Injekt®-F) mit einer Spritze mit reduziertem Kolbendurchmesser (Null Rückstände 0,2 ml silikonölfreie Spritze) zur Injektion verschiedener Flüssigkeiten mit Viskosität, die gängigen intravitrealen Formulierungen ähnelt.

Methoden

Die Injektionskraft über die Zeit wurde für jede Kombination aus drei Spritzen, vier Flüssigkeiten und zwei Kanülen (30 G und 33 G) gemessen und die Ergebnisse mittels einer Zwei-Wege-ANOVA gefolgt von einem Tukey-Post-hoc-Test verglichen. Die Kolben der 1-ml-Spritzen hatten einen Durchmesser von ca. 4,70 mm, während die kleinere Spritze einen Kolbendurchmesser von 2,48 mm aufwies. Von den 1-ml-Spritzen war eine silikonölbeschichtet (BD Plastipak™). Die getesteten Flüssigkeiten wurden gewählt, um Bevazizumab (Balanced Salt Solution), Pegcetacoplan (13,8 mg/0,1 ml PEG-40.000), eine hochviskose Lösung (40 mg/0,1 ml PEG-400) und eine sehr hochviskose Lösung (mit BSS verdünntes Tween 80) zu simulieren.

Ergebnisse

Die Zero Residual Spritze erforderte signifikant niedrigere Injektionskräfte, quantifiziert sowohl durch die Fläche unter der Kurve (AUC) als auch durch die Spitzenkraft. Diese Effekte verstärkten sich bei Verwendung von Kanülen mit kleinerem Durchmesser und zunehmend viskosen Flüssigkeiten. Die BD Plastipak benötigte geringere Kräfte als die Braun Injekt-F.

Schlussfolgerungen

Während die Silikonöl-Schmierung die Injektionskraft reduzierte, war ihre Wirkung im Vergleich zum Kolbendurchmesser gering, der maßgeblich die für eine gegebene Viskosität und Kanülendurchmesser erforderliche Injektionskraft bestimmte.