Intravitreous Silicone Oil, The Use of Silicone-Free vs. Siliconized Syringes
Einleitung
Intravitreale Injektionen bergen verschiedenste Risiken, wie einen erhöhten intraokularen Druck (IOD), nicht-infektiöse Endophthalmitis und “Floaters”. Eine der bedeutendsten Ursachen dafür ist intravitreales Silikonöl (SiO), das häufig durch das Beschichten silikonisierter Spritzen entsteht. Die hier aufgezeigte Studie untersucht den Unterschied der SiO-Belastung zwischen silikonfreien und silikonisierten Spritzen bei Injektionen mit Bevacizumab.
Studienaufbau und Teilnehmer
Die doppelblinde, randomisierte Studie umfasste 47 Probanden (55 Augen) mit diabetischer Retinopathie. Sie erhielten sechs monatliche Injektionen. Eingeschlossen wurden Erwachsene (>18 Jahre) mit transparenter Hornhaut und bestkorrigierter Sehschärfe. Probanden mit früheren intravitrealen Eingriffen oder schwerwiegenden Augenerkrankungen waren ausgeschlossen.
Es wurden zwei Gruppen verglichen: Zero Residual-SF (silikonfreie Spritzen) und
BD-UF (silikonisierte Spritzen), beide Spritzen wurden mit silikonisierten Kanülen verwendet.
Ergebnisse
Vorhandensein von Silikonöl
781 TP3T der behandelten Augen wiesen SiO auf. In der BD-UF-Gruppe waren es 961 TP3T, in der ZR-SF-Gruppe 621 TP3T
Maximale SiO-Menge
Die Einteilung der Silikontropfen erfolgte nach Größe und Anzahl von 0,0 bis 4,0, siehe Abbildung 1.86. % der ZR-SF-Gruppe wiesen einen SiO-Wert von +1 oder niedriger auf, im Vergleich zu 311 TP3T der BD-UF-Gruppe. Bei der BD-UF-Gruppe lag hingegen der größere Anteil, nämlich 691 TP3T, zwischen +2 und +4, siehe Abbildung 2.
Kumulative Belastung
Durch wiederholte Injektionen erhöhten sich die SiO-Mengen in den behandelten Augen der Patienten. Insbesondere in der BD-UF-Gruppe, siehe Abbildung 3.
Diskussion
Die in dieser vergleichenden Studie eingesetzten silikonisierten Spritzen führten zu deutlich höheren SiO-Werten als in silikonfreien Spritzen, was der Silikonisierung der Spritzen zugeschrieben wird. Dass auch Silikonöl in silikonfreien Spritzen nachgewiesen wurde, könnte auf die Nutzung silikonisierter Kanülen zurückzuführen sein. Somit ist ersichtlich, dass eine vollständige Freiheit von Silikonöl nur dann gewährleistet werden kann, wenn sowohl die Spritze, die Kanüle und auch alle weiter eingesetzten Materialien vollständig silikonölfrei sind.
Fazit
Silikonfreie Spritzen reduzieren effektiv die Ablagerung von Silikonöl (SiO) in den behandelten Augen Ihrer Patientinnen und Patienten. Eine Umstellung auf silikonölfreie Spritzen wird daher dringend empfohlen, um die Patientensicherheit zu erhöhen und silikonölbedingte Komplikationen zu vermeiden. Weitere Studien zeigten, dass der Verzicht auf Silikonöl als Gleitmittel das Risiko von Partikelbildung, Wirkstoffadsorption und unerwünschten Immunreaktionen minimiert. Zudem ermöglichen diese Spritzen eine präzisere Dosierung.
Die Einführung silikonölfreier Technologien stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung moderner, patientenzentrierter Medizinprodukte dar, die höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards genügen. Investitionen in solche Spritzensysteme bieten Vorteile nicht nur für die Patienten, sondern auch für medizinisches Fachpersonal, das auf innovative und zuverlässige Lösungen setzt.
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